Promar.de

Bürgerinitiative für den Krankenhausstandort Marktheidenfeld

Schild_Klinikum

20. April 2017

Joachim Kötter für proMAR im Arbeitskreis für Nachnutzung

Der Marktheidenfelder Joachim Kötter vertritt proMAR im Arbeitskreis zur Erarbeitung von Nachnutzungskonzepten für die Standorte Marktheidenfeld und Karlstadt, der vom Landkreis Main-Spessart in diesem Monat ins Leben gerufen wurde. Ein erster Termin hat bereits am vergangenen Freitag stattgefunden.

Gesprächsangebot als Chance zur Interessenvertretung wahrnehmen

Trotz intensiver interner Diskussionen um die Seriosität dieses Gesprächsangebots haben sich die Bürgerinitiativen mehrheitlich dazu entschieden, sich –  wie von der Landkreisverwaltung angeboten – mit jeweils einem Vertreter an diesem „runden Tisch“ zu beteiligen. Für die Karlstädter Initiative hält Karlstadts dritte Bürgermeisterin Anja Baier von den Grünen die Fahne hoch. Außerdem nehmen Vertreter der Klinikleitung, Landkreisverwaltung sowie Kreistagsmitglieder teil. Es geht am Standort Marktheidenfeld vor allem darum, das von der Bürgerinitiative favorisierte Konzept eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) unter finanzieller Beteiligung des Landkreises und gegebenenfalls der Städte inhaltlich zu vermitteln und dessen Umsetzung voranzutreiben. Die kommunalen Verwaltungen sprechen bisher nur von der Einrichtung eines „Ärztehauses“ – was jedoch keine Rechtsform für eine so genannte Berufsausübungsgemeinschaft von Ärzten darstellt.

Krankenhaus Marktheidenfeld

19. April 2017

Krankenhaus Marktheidenfeld: Bilanz von proMAR

Seit dem 1. April sind die Notaufnahme und Chirurgie in Marktheidenfeld entgegen dem Willen der hiesigen Bevölkerungsmehrheit geschlossen.

  • Die uns nach den Zentralisierungsbeschlüssen gegebenen Versprechen wurden gebrochen: Schließung von Notaufnahme und Chirurgie in Marktheidenfeld weit vor dem zugesagten Zeitpunkt.
  • Die im vergangenen Herbst mit Klinikleitung und Beratern geführte Gespräche blieben ohne jede Rückmeldung.
  • Die von 10 000 Bürgern unterstützte Forderung nach einer ärztlichen Anlaufstelle in der praxisfreien Zeit wurde zur Seite gewischt und den Entscheidungsgremien vorenthalten.
  • Ebenso wurde auch mit der von uns unterstützten Stadtratsresolution verfahren. 

Die bisherige „Kooperation“ mit den Bürgerinitiativen erschöpfte sich in unverbindlichen „Orientierungsgesprächen“, die letztlich nicht in den Entscheidungsprozess einflossen. Sie gaben dem Landkreis ein gewisses Alibi, die Bürgerinitiativen einbezogen zu haben. Zu einem für die Bürgerinitiativen akzeptablen Ergebnis haben sie nicht geführt. Trotz negativer Erfahrung sind wir offen für ein aufrichtiges Angebot des Landkreises zur Mitarbeit bei der Nachnutzung. Keinesfalls sind wir aber zur Teilnahme an einer „Alibi-Veranstaltung“ bereit.

Unsere Ziele für die Nachnutzung:

  • Wir fordern ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit entsprechender Kapazität und fachlicher Ausrichtung.
  • Für Lösungen, die nicht konsequent auf dieses Ziel gerichtet sind, z. B. in der Form eines Ärztehauses, stehen wir nicht zur Verfügung.
Klinikum Main-Spessart

17. März 2017

Zentralisierung in Lohr weiter kritisch im Blick

Die Bürgerinitiativen proMAR und Krankenhaus Karlstadt haben beschlossen, auch weiterhin eine aktive Rolle einzunehmen und die Öffentlichkeit von ihrer Seite aus über die weitere Entwicklung beim Klinikum Main-Spessart zu informieren. Darüber hinaus stehen die Sicherung und Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in Marktheidenfeld und Umgebung auf der Agenda von proMAR. Da nach wie vor ein schlüssiges Nachnutzungskonzept am bald „alten“ Krankenhaus fehlt, haben Mitglieder der Initiative das Heft in die Hand genommen und selbst ein Konzept zur Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) entwickelt. Die Durchführung eines Bürgerentscheids mittels Bürgerbegehren hinsichtlich der Zentralisierung dagegen gestaltet sich aufgrund der finanziellen Situation des Eigenbetriebs als schwierig.

Bürgerinitiativen: Die Art und Weise der „Umsetzung“ der Kreistagsbeschlüsse ist unerträglich

Zur Erklärung der beiden Initiativen
Zum Beitrag in der Main-Post

Auf dem Marktplatz in Karlstadt ...

14. März 2017

Marktheidenfeld: vergessen und ausgetrickst

Bildergalerie: Demonstration auf Karlstadter Marktplatz

Nochmals danke an alle, die uns am Freitag tatkräftig unterstützt haben!


Fotos: Karl-Heinz Haase

Notaufnahme in Marktheidenfeld

12. März 2017

Marktheidenfelder Kreisräte stimmen für Schließung

Patient Krankenhaus tot: Schließung Ende März

Zur besseren Transparenz veröffentlichen wir hier namentlich, wie die Kreisräte aus Marktheidenfeld und Umgebung gestimmt haben.

Für die Schließung: Helga Schmidt-Neder (FW), Andrea Hamberger (FW), Michael Müller (FW), Ragnhild Buczko (SPD), ebenso MdL Thorsten Schab (CSU) aus Hafenlohr
Gegen die Schließung: Christian Menig, Richard Oswald, Manfred Stamm (alle CSU), Hermann Menig (SPD)
Als einziger Kreisrat aus dem Marktheidenfelder Umland stimmte Heinz Nätscher (FW) gegen die Schließung.

Vielen Dank an alle, die uns am Freitag tatkräftig unterstützt haben – sei es bei der Demo oder im Internet! Wie leider befürchtet hat auch der Kreistag mehrheitlich für die Schließung der Notaufnahme sowie der Chirurgie Ende März 2017 gestimmt. Das widerspricht ganz klar dem Inhalt des früheren Beschlusses vom Dezember 2015 – und auch dem Willen vieler Bürgerinnen und Bürger aus Marktheidenfeld und Umgebung. Wir wissen es, weil wir seit anderthalb Jahren unzählige Gespräche geführt haben, das Telefon nicht mehr still steht, auf Facebook Ärger-Emojis gepostet werden – was zeigt, dass die Wut, so vorgeführt zu werden, riesengroß ist. Der eigentliche Skandal ist, dass sich erst vor kurzem der Stadtrat von Marktheidenfeld einstimmig für die Beibehaltung der Einrichtungen bis zur Errichtung des Zentralklinikums ausgesprochen hat. Jetzt haben sich einige der dort vertretenen Kreisräte entgegen der gemeinsamen Resolution umorientiert – weshalb wissen nur sie selbst.

Notaufnahme Krankenhaus Marktheidenfeld.

7. März 2017

Protestaktion: 10. März um 8.30 Uhr, Marktplatz Karlstadt

Am kommenden Freitag, 10. März, steht die Teilschließung der Krankenhäuser in Marktheidenfeld und Karlstadt auf der Tagesordnung des Kreistags. Besonders bitter: An beiden Standorten soll es künftig keine Notaufnahmen mehr geben. So war es nicht vorgesehen, als die Zentralisierung der Krankenhäuser beschlossen wurde. Die vorzeitige Schließung steht im Widerspruch zu allen Erklärungen. Rücksichtslose Zentralisierung schafft kein Vertrauen. Daher fordern die Bürgerinitiativen:  

  • Schluss mit der systematischen Zerschlagung gewachsener Versorgungsstrukturen im Raum  Marktheidenfeld und Karlstadt!
  • Standortgerechte Übergangslösungen bis zum Bezug des Zentralklinikums!
  • Keine Demontage bewährter Krankenhäuser ohne adäquate Nachnutzung!

Wir rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Protest gegen die Eingriffe an den Krankenhäusern Karlstadt und Marktheidenfeld auf. Demonstrieren Sie mit uns für eine flächendeckende Gesundheitspolitik in Main-Spessart!

Die Protestaktion beginnt am 10. März um 8.30 Uhr auf dem Marktplatz in Karlstadt.

Für Teilnehmer aus Marktheidenfeld, die eine Mitfahrgelegenheit nach Karlstadt suchen, ist um 7.30 Uhr Treffpunkt an der Friedenstraße unterhalb des alten Festplatzes.

Zum Aufruf

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4. März 2017

Keine Abstimmung über Zentralisierung von Leistungen

Laut Tagesordnung wird am kommenden Montag der Werkausschuss des Klinikums Main Spessart darüber informiert, dass Notfallversorgung und Chirurgie künftig am Klinikstandort Lohr „zentralisiert“ bzw. „konzentriert“ werden. Faktisch läuft dies auf eine Schließung der Notaufnahmen und chirurgischen Fachbereiche an den Standorten Marktheidenfeld und Karlstadt hinaus.  

Zentralisierung von Leistungen: Lassen sich Kreisräte vorführen?

Hier geht es um eine fundamentale Entscheidung von größter Tragweite! Und dann lediglich eine Information der politischen Gremien? Diskutieren dürfen sie – spielt aber im Ergebnis keine Rolle. Denn die Entscheidung trifft ja die Klinikverwaltung. Wollen sich die Kreisräte hier tatsächlich vorführen lassen? Wer sich das bieten lässt, verliert nicht nur persönliche Glaubwürdigkeit, sondern setzt auch seine politische Daseinsberechtigung aufs Spiel.    

Denn inzwischen hat es wohl der letzte Kreispolitiker mitbekommen: Die Menschen in Marktheidenfeld und Karlstadt sind empört über das, was hier abgeht. Mit leerem Gerede sind sie nicht ruhig zu stellen. Dafür ist das Strickmuster der Klinikvertreter zu durchsichtig. Entweder zeigen die Kreisräte jetzt Mumm und nehmen die Entscheidung in eigene Hand oder – sie ziehen persönliche Konsequenzen.

zur Pressemitteilung von proMAR

Krankenhaus in Marktheidenfeld: Gartenblick.

2. März 2017

Schließungspläne: Kreistag soll Verantwortung übernehmen

Eine Versammlung der Bürgerinitiative proMAR hat am 22. Februar 2017 über das Vorhaben der Leitung des Klinikums Main-Spessart beraten, Chirurgie und Notaufnahme am Krankenhaus Marktheidenfeld – anders als vom Kreistag Ende 2015 beschlossen – bereits in Kürze stillzulegen.  

Gegen Durchsetzung der kurzfristigen Schließungen auf Verwaltungsweg

Nach Auffassung von proMAR kann eine Entscheidung mit so weitreichenden Folgen nicht einfach administrativ verfügt werden. Werden in Marktheidenfeld grundlegende Einrichtungen der medizinischen Versorgung abgezogen, so ist das eine hochpolitische Angelegenheit. „Der Kreistag ist hier gefordert und kann sich nicht hinter Ärzten und Referenten verstecken“, betont proMAR-Sprecher Ludwig Keller. „Wer sich widerstandslos dem Diktat seiner eigenen Angestellten beugt, verliert Achtung und Glaubwürdigkeit.“ Die Initiative fordert daher den Kreistag auf, die Entscheidung in dieser grundlegenden Angelegenheit an sich zu ziehen und damit seiner Verantwortung gegenüber der Bevölkerung gerecht zu werden.

Pressemeldung proMAR als PDF

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21. Februar 2017

Stärkere Zusammenarbeit mit Bürgerinitiative in Karlstadt

Die Marktheidenfelder Initiative proMAR will künftig noch enger mit den Partnern in Karlstadt zusammenarbeiten. „Denn nur gemeinsam kann es uns gelingen, auf breiter Ebene die Bürgerinteressen unserer beiden Kommunen zu bündeln und ihnen Gehör zu verschaffen“, so Ludwig Keller, Sprecher von proMAR. Natürlich seien die Bedingungen vor Ort nicht in jeder Hinsicht vergleichbar, dennoch gebe es ein großes gemeinsames Interesse, die bestehenden medizinischen Angebote zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, statt ihre Schwächung hinzunehmen. Derzeit prüfen etwa die beiden Initiativen im Detail, welche rechtlichen Mittel am besten eingesetzt werden können, um eine vorzeitige Schließung der Notaufnahmen und der Belegabteilung in Karlstadt doch noch zu verhindern.

Zur Erklärung der beiden Initiativen

Michael Gentsch: „Konflikte aussitzen: überholtes Politikverständnis“
In einer Presseinformation hat sich Michael Gentsch, BI-Mitglied in Karlstadt, an die Medien gewandt. In dieser möchte er die bisherige Berichterstattung um einige inhaltliche Punkte korrigiert bzw. ergänzt sehen.

Zur vollständigen Stellungnahme von M. Gentsch

Notaufnahme Krankenhaus Marktheidenfeld

16. Februar 2017

Forderung nach Notaufnahme: Bürgermeisterin hält Kostengründe entgegen

Über die Presse hat Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder auf den offenen Brief von proMAR geantwortet. „Auch mein persönlicher Wunsch und sicher auch der Wunsch aller Kreisräte wäre es, unsere drei Krankenhäuser in Main-Spessart behalten zu können“, schreibt Schmidt-Neder laut Main-Post vom 16.02.2017. „Es ist richtig, dass der Schließung der Notaufnahme am Krankenhaus Marktheidenfeld wie auch der geplanten Maßnahmen im Krankenhaus Karlstadt kein Beschluss des Kreistags zu Grunde liegt. Es ist aber auch die Aufgabe des Klinikreferenten, auf der Basis der vorgefundenen Fakten und der Gesetzgebung für die Zukunft zu planen. Seine Vorschläge orientieren sich am Ist-Zustand des Klinikums und am Krankenhausstrukturgesetz, das der Bundestag mit den Stimmen der großen Koalition im November 2015 beschlossen hat. Folgen dieses Gesetzes sind unter anderem die finanzielle ,Bestrafung‘ von Krankenhäusern, die der Intention des Gesetzes nicht folgen. Das bedeutet, dass das bisherige Defizit der MSP-Krankenhäuser – aktueller Stand: sechs Millionen Euro – sich ohne Änderungen drastisch erhöhen wird. Tatsache ist auch, dass erstmals alle Zahlen über die tatsächliche Gesamthöhe des Defizits vorliegen. (…) Durch das im Januar 2016 in Kraft getretene Gesetz werden jedoch Größenordnungen erreicht, die nicht mehr zu verantworten und auch nicht mehr zu leisten sind. Der Kreishaushalt sieht in diesem Jahr eine Neuverschuldung von zehn Millionen Euro vor – eine noch höhere Kreditaufnahme ist nicht mehr zu verantworten. (…)“

Wolkige Aussagen auf einen klaren Notruf hin

Eine ganz deutliche Ich-Positionierung zur Situation in Marktheidenfeld vermeidet Helga Schmidt-Neder in ihrer Antwort dennoch. Trotzdem dürfte danach wohl jedem klar sein: Von dieser Seite ist im Kreistag zur Einleitung einer geordneten Übergangsphase keine Hilfe zu erwarten – trotz der einstimmigen Stadtratsresolution.

Ausführliche Stellungnahme von proMAR